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Verdauungssystem

Medikamente zur Behandlung von Magen / Darmproblemen

Beschwerden des Verdauungssystems können sehr vielfältig sein. Aus Gründen der Übersichtlichkeit wollen wir hier nur auf folgende Punkte eingehen: Mittel gegen Durchfall sowie Mittel gegen Verstopfung.

Mittel gegen Durchfall

Den intensivsten Einfluss auf den Alltag übt wahrscheinlich eine Durchfallerkrankung aus. In der Regel handelt es sich hier um eine Abwehrreaktion des Körpers. Dieser versucht einen Erreger oder ein Gift wieder los zu werden. Trotz der meist kurzen Dauer von nur zwei Tagen ist hier ein gutes Mittel gegen Durchfall unentbehrlich.
Ein Durchfall, der länger als zwei Tage dauert, ist immer ein Fall für den Arzt. Der Körper verliert dabei nämlich sehr viel Flüssigkeit und Mineralien, was beispielsweise zu Kreislaufkrisen führen kann.

Welche Mittel gegen Durchfall gibt es?
Ein bewährtes Mittel gegen Durchfall bei Jugendlichen und Erwachsenen ist der Wirkstoff Loperamid  (Imodium akut, Lopedium akut, Loperamid AL akut). Dieser reduziert die Peristaltik des Darms und normalisiert so den Stuhlgang wieder. Sofern keine Vergiftung vorliegt und der Patient mindestens zwölf Jahre alt ist gibt es kaum ein besseres Mittel gegen Durchfall.
Wer dagegen in tropische Länder reist sollte zu einem anderen Mittel bei Durchfall greifen: medizinische Kohle (Kohle Compretten, Kohle Hevert)! Diese hat eine sehr große Oberfläche und bindet dadurch Gifte im Magen-Darm-Trakt. Aus diesem Grund wird medizinische Kohle nicht nur als Mittel gegen Durchfall eingesetzt, sondern auch bei Vergiftungen.
Sehr gut für Kinder geeignet sind auch die mikrobiellen Mittel gegen Durchfall, wie z.B. Colibiogen Lösung, Paidoflor Kautabletten oder Perenterol Kapseln. Diese kann man auch vorbeugend nehmen (im Urlaub oder bei Einnahme von Antibiotika).
Gegen die Austrocknungsgefahr und den Mineralienverlust bei einem Durchfall helfen schließlich noch Zucker-Salz-Mischungen (Elotrans, Oralpaedon 240). Letzteres gibt es auch in den Geschmacksrichtungen Apfel-Banane und Erdbeere. Vorteil: diese Mittel gegen Durchfall kann man nicht überdosieren! Mann sollte die Elektrolytlösungen idealerweise mit einem anderen der oben aufgeführten Medikamente kombininieren.
Somit sollte für jede Altersklasse und jeden Typ ein passendes Mittel gegen Durchfall zur Verfügung stehen.

Mittel gegen Verstopfung
Ein wichtiger Punkt vorweg: Es ist völlig normal, zu unregelmäßigen Zeiten Stuhlgang zu haben. Eine „Verstopfung“ von bis zu drei Tagen ist noch kein Grund für Medikamenteneinnahme! Außerdem sollte man ein Mittel gegen Verstopfung keinesfalls zum Abnehmen einsetzen, da das dem Körper schweren Schaden zufügen kann!
Benötigt man dennoch kurzfristig ein Mittel gegen Verstopfung, so sind Mikroklistiere (Babylax, Freka Clyss Mini oder Microklist) zu empfehlen. Sie wirken innerhalb von fünf bis zwanzig Minuten und haben fast keine Nebenwirkungen. Man sollte allerdings den ersten Stuhldrang noch ein bisschen unterdrücken, da sonst nur die Klistierlösung wieder heraus kommt.
Bei allen anderen Mitteln gegen Verstopfung muss man sechs bis acht Stunden bis zum Wirkungseintritt einkalkulieren. Dieser Zeitraum gilt auch für die traditionellen Mittel gegen Verstopfung wie Caelo Bittersalz oder Caelo Glaubersalz. Von beiden nimmt man etwa drei Teelöffel in einem großen Glas Wasser gelöst ein. Beide Mittel gegen Verstopfung sind nicht für eine längerfristige Einnahme geeignet und sollten während der Schwangerschaft nicht angewendet werden.
Zur gelegentlichen Einnahme eignen sich auch Tropfen mit dem Wirkstoff Natriumpicosulfat, wie Dulcolax NP, Laxoberal oder Regulax Picosulfat. Diese Mittel gegen Verstopfung lassen sich sehr gut dosieren. Nehmen Sie aber beim ersten Mal lieber etwas zu wenig als zu viel ein!

Verstopfung kann auch als Nebenwirkung von Arzneimitteln (besonders von starken Schmerzmitteln) auftreten. Hier verwendet man Quellstoffe oder Lactulose als Mittel gegen Verstopfung. Bei den Quellstoffen spielen Lein- und Flohsamen die größte Rolle (Flohsamenschalen, Leinsamen goldgelb geschrotet, Linusit Darmaktiv oder Mucofalk Orange Granulat).
Lactulose ist beispielsweise in Bifiteral, Lactulose 1A Pharma oder Lactulose Saar enthalten. Die Wirkung dieser Mittel gegen Verstopfung tritt zwar im Allgemeinen erst nach zwei bis drei Tagen ein, dafür können diese Präparate aber problemlos über lange Zeit eingenommen werden. Alle weitere Mittel gegen Verstopfung, besonders  mit pflanzlichen Wirkstoffen Aloe oder Senna, sind eher nicht empfehlenswert.



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