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Medikamente zur Anwendung im Mund- und Rachenraum
Erkrankungen des Mund-Rachen-Systems gehören in der Regel zu den problemloseren Krankheitsbildern: man kann sie spüren, man kann sie sehen und man kann sie einfach an Ort und Stelle behandeln. Einziger Nachteil ist die ständige Spülung des Mundes durch Speichel sowie Speisen und Getränke, welche die desinfizierenden und schmerzlindernden Wirkstoffe dauernd von ihren Wirkorten wieder entfernen. Daher ist eine häufige Wiederholung der therapeutischen Maßnahmen grundlegender Teil des Erfolges.
Entzündungen, Halsschmerzen, Gurgellösungen
Die gängigste Erkrankung dürfte eine schmerzhafte Entzündung sein, die meist in Zusammenhang mit Erkältungen auftritt. Basis der Therapie ist die Desinfektion mittels chemischer oder pflanzlicher Mittel, die in der Regel dreimal täglich, mindestens aber nach jeder Mahlzeit durchgeführt wird. Zusätzliche Hilfe bietet ein örtliches Betäubungsmittel, welches die Schmerzen sofort lindert. Diese Kombination ist Bestandteil der meisten Lutschtabletten, wie z.B. Dorithricin, Dobendan Strepsils Dolo, Lemocin oder Neo Angin. Diese lässt man langsam im Mund zergehen. Man lutscht sie nicht aktiv wie einen Bonbon, sondern legt sie in der Backe oder unter der Zunge ab, damit sie länger wirken kann.
Alternativ kann man auch Lösungen, wie z.B. Chlorhexidindigluconat Fertiglösung 0,2%, Hexoral oder Lemocin CX verwenden. Diese sind meist gebrauchsfertig. Man braucht also nur den Mund-Rachen-Bereich damit Spülen. Eine Besserung der Beschwerden tritt oft schneller ein als bei Tabletten, dafür hält sie aber nicht so lange.
Selbstverständlich gibt es auch pflanzliche Präparate zum Bekämpfen der Schleimhautentzündung. Diese wirken keineswegs schlechter als die Chemie, sind aber mit dem intensiven Geschmack der Pflanzenextrakte nicht jedermanns Fall. Dafür zeigen sie zum Teil stärkere Wirkung in der Therapie von viralen Infekten wie Herpesinfektion der Mundschleimhaut. Die Medikamente, wie z.B. Salviathymol N, Pyralvex oder Thüringer Myrrhentinktur sind meist Konzentrate. Das heißt: zur Anwendung als Spülung müssen sie zuerst verdünnt werden. Dafür kann man sie bei örtlich begrenzten Entzündungen auch unverdünnt direkt auftragen.
Auch die Homöopathie bietet wirksame Arzneimittel bei Mund-Rachen-Erkrankungen. Bei Halsentzündungen mit eitriger Tendenz sind zum Beispiel Hepar sulfuris oder Cinnabaris als Standard rasch und zuverlässig wirksam. Sicherer geht man aber meist mit Komplexmitteln, wie z.B. Angin Heel SD oder Tonsiotren H, die die obigen Einzelpotenzen häufig auch enthalten. Die Dosierung beginnt mit halbstündlicher oder stündlicher Gabe, bis die Symptome verschwinden, also etwa zwei Tage. Dann sollte man noch drei bis fünf Tage lang dreimal täglich das Medikament anwenden.
Gegen Druckstellen oder örtlich begrenzte Entzündungen, etwa durch Spangen oder Gebisse verursacht, sind Gele oder Salben am Besten wirksam. Man kann sie direkt auftragen und sie haften länger. Auch hier gibt es chemische Präparate, wie z.B. Dynexan, und pflanzliche Mittel, wie z.B. Aperisan. Die Abheilung kann man noch z.B. mit Betaisodona Mund-Antiseptikum beschleunigen.
Pilzinfektionen
WäWährend entzündliche Prozesse sich durch Rötung auszeichnen, sind Pilzerkrankungen durch einen weißlichen Belag gekennzeichnet. Die Beschwerden ähneln sich sehr. Pilze der Mundschleimhaut kommen bei Kleinkindern und bei älteren Menschen öfter vor. Die eingesetzten Arzneistoffe werden im Magen-Darm-Trakt praktisch nicht aufgenommen und haben daher so gut wie keine Nebenwirkungen. Candio Hermal oder Nystatin Lederle z.B. sind als Suspension verfügbar, also als Tropfen, die direkt in den Mund gegeben werden. Eine etwas längere Wirkung kann mit Mundgelen, wie z.B. Adiclair, Infectosoor oder Micotar, erzielt werden. Wichtig ist eine regulär viermalige Anwendung, um einen anhaltenden Effekt zu erzielen.



