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Medikamente zur Raucherentwöhnung

Das Rauchen ist eine der unangenehmsten und hartnäckigsten Süchte. Abgesehen von der Tatsache, dass heutzutage der Raucher sich immer mehr gesellschaftlich und auch rechtlich ins Abseits gestellt sieht, setzt er sich auch erheblichen gesundheitlichen Risiken aus. Im Gegensatz zum Alkoholmissbrauch erzeugt das Rauchen keine drastischen Entzugssymptome wie den Kater und auch keine Verhaltensänderungen wie Lallen, Torkeln oder gar aggressives Auftreten. Außerdem wird der Raucher die Gesundheitsschäden auch nicht gleich feststellen, aber sie kommen, und zwar mit Sicherheit. Die Lebenserwartung von Rauchern ist deutlich herabgesetzt, und zwar um bis zu zehn Jahre!

Die Abhängigkeit beim Rauchen entsteht durch das Nicotin, die Schäden durch das Kondensat. Nicotin ist zwar ein gefährliches Gift, wird aber im Körper sehr rasch wieder abgebaut. Daher beruht eine Therapiemöglichkeit der Tabakabhängigkeit auf der Zufuhr von Nicotin als Suchtersatzstoff. Eine weitere relativ erfolgversprechende Methode ist die Gabe von Medikamenten, die direkt im Gehirn angreifen und hier die Abhängigkeit unterdrücken sollen. Diese Arzneimittel, Champix oder Zyban, sind aber rezeptpflichtig und gehören unbedingt in die Hände eines Arztes. Im Übrigen beträgt die Erfolgsquote auch bei diesen Substanzen nicht mehr als 30 – 35% nach einem Jahr. Fast alle weiteren Wundermittel, die immer wieder beworben werden, helfen ausschließlich dem Hersteller. Eines sollte niemals vergessen werden: die Grundlage des Erfolges liegt im Willen des Rauchers, aufzuhören!

Die einfachste Art, dem Körper Nicotin zuzuführen, ist der Kaugummi, wie z.B. Nicorette, Nicotinell oder Niquitin. Es gibt sie in den Stärken 2mg und 4mg, je nach Stärke der Abhängigkeit, und mit Minz- oder Fruchtgeschmack. Man nimmt einfach an Stelle einer Zigarette einen Kaugummi zu sich. Somit bekommt der Körper zwar das verlangte Nicotin, wird aber vom schädlichen Kondensat verschont. Nachteil an Nicotinkaugummis ist, dass Verhaltensmuster nicht durchbrochen werden. Das heißt: in der Situation, in der man normalerweise regelmäßig zur Kippe griff, kaut man jetzt eben den Kaugummi. Nach Absetzen der Therapie besteht daher die erhöhte Gefahr, dass man einfach wieder raucht. Daher sollte jede Raucherentwöhnungsmethode psychologisch unterstützt werden. Im einfachsten Fall heißt das, dass man über einen gewissen Zeitraum sich selbst beobachtet, notiert, in welchen Situationen sich der Griff zur Zigarette häuft und dann speziell diese Verhaltenszusammenhänge unterbinden kann. Viele Krankenkassen bieten aber auch Unterstützung bei der Raucherentwöhnung an. Nehmen Sie diese Hilfe an; sie erhöht die Erfolgschancen deutlich.

Eine weitere Methode der Nicotinzufuhr ist die Inhalation, die zurzeit nur als Nicorette Inhaler auf dem Markt verfügbar ist. Das Gerät hat die Form und die Anwendung einer Zigarette, das Nicotin wird also aus einem stäbchenförmigen Inhalator in die Lunge gesaugt. Deshalb ist die Akzeptanz bei Rauchern sehr groß, die Gefahr eines Rückfalles aber eben auch.

Ein ähnliches Prinzip liegt den Ersatzzigaretten NTB Kräuteretten zu Grunde. Es handelt sich um „richtige“ Zigaretten, die „richtig“ geraucht werden, aber keinen Tabak und daher kein Nicotin und weniger weitere Schadstoffe enthalten. Hiermit soll der Körper daran gewöhnt werden, dass in Situationen, wo üblicherweise zur Zigarette gegriffen wird, kein Nicotin zugeführt und nach gewisser Zeit auch nicht mehr gebraucht wird.

Das erfolgversprechendste Präparat scheint das Nicotinpflaster, wie z.B. Nicotinell, Nikofrenon oder Niquitin Clear zu sein. Der Suchtstoff wird hierbei durch die Haut über 18 bis 24 Stunden kontinuierlich zugeführt. Dadurch wird das Verlangen nach einer Zigarette deutlich reduziert und nach gewisser Zeit verschwunden sein. Da bei dieser Methode der Zusammenhang Situation – Suchtverhalten unterbrochen wird, ist mit einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit ein Erfolg zu erwarten. Die Therapie sollte zwei bis drei Monate lang durchgeführt werden. Sie beginnt mit dem stärksten Pflaster für vier Wochen, danach vier Wochen die mittlere Stärke und schließt mit dem schwachen Präparat über die gleiche Zeit ab. Bei Abhängigkeit von weniger als zehn Zigaretten pro Tag kann gleich mit dem mittelstarken Pflaster begonnen werden. Die Therapie scheint bei Kosten von bis zu €75 für 28 Tage teuer zu sein, wenn man es aber umrechnet, so sind das nur zwei Euro fünfzig pro Tag! Das ist gerade einmal eine halbe Schachtel Zigaretten!

Was Sie bei allen Entwöhnungsmethoden nicht vergessen sollten: für den Erfolg ist es entscheidend, dass der Raucher selbst aufhören will und auch davon überzeugt ist!

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